Wählen in verrückten Zeiten.

Marius Müller Seligenstadt

Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem sich in den letzten Monaten die Ereignisse überschlagen haben, möchte ich mir mit Ihnen – oder Dir – zusammen die Zeit nehmen, um auf diese nur schwer begreifbare Zeit und ihre Bilder zurück zu blicken.

Während das letzte Jahrezehnt – wir blicken doch etwas weiter zurück – von der Veränderung der Weltordnung, dem 11. September und seinen Folgen und den technologischen Entwicklungen (Internet, Mikrotechnik etc.) geprägt war, so begann das Jahr 2020 mit der Erschütterung durch eine weltweite Pandemie. Das Bild von den Militärlastern, beladen mit Toten im italienischen Bergamo (auch diskutabel) ist es, das der Krise ihr Gesicht verliehen hat. Die Ohnmacht und die Fragen, die das Bild ausgelöst haben – was können wir tun, wie kann ich selbst helfen und, als in Seligenstadt verwurzelter Mensch die Frage, ob auch vor unserem Krankenhaus „demnächst“ Behandlungszelte aufgebaut werden, knapp hundert Meter von meinem Elternhaus entfernt – diese Fragen bewegen uns heute immer noch. Wir wissen es nicht. Im Herbst hat ein Freund von der Erkrankung eines Familienmitglieds erzählt und gesagt: „Die Einschläge kommen näher.“ Vor einer Woche hat US-Präsident Biden den inzwischen 500.000 COVID-19-Toten gedacht. Mögen sie alle, egal wo, in Frieden ruhen.
Wir müssen jetzt zusammen halten.

Vor wenigen Wochen habe ich morgens übermüdet auf Twitter geschaut und einen Tweet gelesen, der den Alptraum der vorhergegangenen Nacht ziemlich gut zusammengefasst hat:

Die extremen Polarisierungen der westlichen Gesellschaften schreitet voran und die Feinde der Demokratie stehen wortwörtlich auf den Stufen unserer Parlamente oder sind bereits darin. So ist es letztes Jahr in unserer Bundesrepublik geschehen. Insofern war Deutschland den USA ein Stück voraus, schon im Sommer haben Nazis auf den Stufen des Reichstagsgebäudes und im Inneren unsere Demokratie bedroht. Man mag die tatsächliche Gefahr im Vergleich zum Angriff auf das Capitol geringer werten (schließlich sind am Capitol fünf Menschen gestorben), doch das symbolische Bild ist genauso unverzeihlich. Dieses Bild ist ein Weckruf an alle, unsere Demokratie und Freiheit zu verteidigen. Gleichzeitig gibt es Menschen, die vordergründig die Demokratie unterstützen, jedoch im Geheimen die Menschenrechte, Verfassungen und ihre Unterstützer angreifen – diesen müssen wir ebenso die Stirn bieten.
Wir müssen jetzt zusammen stehen.

Lieber Leserinnen und Leser,

wie kann man in einer solchen Welt unpolitisch sein?

Ich kann es nicht.

Deswegen habe ich mich, auch nach knapp 300 Sitzungen und Terminen in fünf aufregenden, lehrreichen und anstrengenden Jahren als Stadtverordneter entschieden, erneut für die Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung zu kandidieren. Ganz leicht gefallen ist mir die Entscheidung wegen des hohen Zeitaufwands nicht, schließlich bleibt auch wegen den vielen Terminen weniger Zeit für die Familie, Freunde und die anderen Ehrenämter, D|L|R|G, Wortwandlerei und D64.

In der letzten Wahlperiode war ich zuerst Mitglied im Ausschuss für Bildung, Soziales und Kultur, später wurde ich zusammen mit Nicole Fuchs zum Fraktionsvorsitz der SPD gewählt.

Ich möchte mich ganz herzlich bei der gesamten SPD-Fraktion und den Magisträtern bedanken. Die meisten Fraktionsmitglieder haben sich entschieden, wieder auf einer Liste für die SPD zu kandidieren. Allen voran unser bürgernaher Erster Stadtrat Michael Gerheim, der stets ein offenes Ohr hat und meine Co-Vorsitzende Nicole Fuchs. Meine gute Freundin Ayla Sattler hat sich als Vorsitzende des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss  den Respekt aller Parteien erarbeitet, sie steht auf Listenplatz 6.

Ich werde an dieser Stelle nicht die ganze Liste der Sozialdemokraten vorstellen, kann aber die klare Empfehlung aussprechen: ⊗ LISTE 3 – SPD ist die beste Wahl! 😉 Ihr findet die ganze Liste und unser starkes und zukunftsorientiertes Programm natürlich unter dem Motto #seligenSTARK online. Die Jusos Ostkreis, sprich die jungen Sozialdemokraten aus Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen werden sich euch in Kürze auch nochmal vorstellen.

Mein Dank gilt ebenso den anderen Stadtverordneten und Magisträtern, egal ob gemeinsam in der Koalition oder in der Opposition in der Stadtverordnetenversammlung für den fairen und sehr kollegialen Umgang.

Marius Müller

Briefwahl, kumuliert, panaschiert – komplett verwirrt?!

Erster Stadtrat Michael Gerheim hat eine einfache Anleitung in 5 Schritten geschrieben. Schaut‘ mal rein, wenn ihr nicht schon gewählt habt.

PS: Schon einmal Seligenstadts Mainufer von oben betrachtet?
Dann wird’s Zeit: main-seligenstadt.de

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